Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Sonntag, 16.7.2006


Gerechte Bildungspolitik der Länder?
Es ist skandalös was sich die Landesfürsten und deren Parlamente in der Gesetzgebung auf der Bildungsebene erlauben. Junge Menschen werden nach gesetzlicher Vorgabe in eine Schuldenfalle manövriert oder ganz von einem Hochschulstudium ausgeschlossen, wenn keine finanzstarken Eltern diese Ausbildung finanziell fördern.
Beispiel: Ein 52 jähriger Mann erreicht im Jahr 2005 seine allgemeine Hochschulreife, studiert an der Uni, 2007 sind weitere Kosten an Studiengebühren zu leisten, Studium muss abgebrochen werden.
Sieben Jahre Arbeit wurden vom Gesetzgeber vernichtet, nun folgt der Weg in die Arbeitslosigkeit.
Bedeutet das Gerechtigkeit?



 

Dienstag, 4.7.2006


Gerechtigkeit auf der Erde, das heißt, kein Mensch müsste frühzeitig sterben an fehlender Nahrung, unsauberem Wasser, fehlender Behausung und mangelnder ärztlicher Versorgung. Alle Menschen hätten freien Zugang zu schulischer Bildung. Das hieße auch, der Mensch müßte soweit Selbstkontrolle und Selbstbegrenzung lernen, dass er sich nicht weiter über die Erde ausbreitet. Gerecht wäre, wenn er auch den anderen Lebewesen ihre Existenz beließe und nicht auf Kosten späterer Generationen Raubbau an der Natur betreiben würde. Gerechtigkeit hieße, dass die Stärkeren Verantwortung wahrnehmen für die Schwächeren. Das ist Gerechtigkeit.
 

Montag, 3.7.2006


Solange es die Menschheit gibt, wird Gerechtigkeit ein Fremdwort sein.
 

Dienstag, 27.6.2006


Gerechtigkeit? Heutzutage doch eher ein Fremdwort, eine Utopie. Gibt es doch in der Welt viele Hungernde, Kinder, die als Soldaten oder billige Arbeitskräfte missbraucht werden, Unschuldige und Wehrlose, die durch Krieg und Gewalt der Mächtigen sterben müssen... Aber auch in unserem wohlhabenden Land gibt es soziale Außenseiter, die keine Gerechtigkeit erfahren.
Dabei beginnt Gerechtigkeit doch gerade hier, in unserem Haus, in unserem Umfeld. Hier muss man beginnen, "gerecht" zu handeln, seinen Nächsten zu lieben, wie sich selbst. Damit im Sinne aller eine bessere Welt entstehen kann, muss jeder sie beginnen ein Stückchen zu verbessern.
 

Montag, 19.6.2006


Aunque el vocablo « justicia » quiere decir dar a cada cual lo que le corresponde, ciertamente es una contradicción en nuestra vivencia boliviana, en particular; puesto que aunque se haya cambiado de protagonistas gobernantes en nuestro país, la mentalidad y por consiguiente la conducta moral son coherentes entre sí ; pero no en función a la esencia misma de lo que es la justicia. Por tanto, « justicia » es dar a cada quien según sus posibilidades, sus contactos personales, institucionales...lo que se reduce a una ínfima población. Así, la burocracia es una manera de perpetuar la injusticia que se disfraza de justicia.



Die deutsche Übersetzung wäre wie folgt:



Obwohl der Terminus "Gerechtigkeit" bedeutet, jedem das zu geben, was ihm zusteht, zeigt sich hier ein klarer Widerspruch zu der Lebensweise der Bolivianer. Denn, auch wenn die Protagonisten in der Regierung unseres Landes ausgewechselt wurden, bleiben die Mentalität und die sich daraus ergebende moralische Verhaltensweise unverändert, sie stimmen jedoch nicht mit dem überein, was Gerechtigkeit wirklich bedeutet. Daher heißt "Gerechtigkeit" in unserem Land, jedem das zu geben, was ihm aufgrund seiner Möglichkeiten, seiner persönlichen und seiner institutionellen Kontakte zusteht und das trifft nur auf einen verschwindend geringen Anteil der Bevölkerung zu. Auf diese Weise bewirkt die Bürokratie, dass die Ungerechtigkeit hinter der Maske der Gerechtigkeit fortbesteht.


 

Dienstag, 30.5.2006


Gerechtigkeit ist kein statischer Zustand, sondern ein immer neu anzustrebendes Ziel. Politik ist die Gestaltung des gemeinschaftlichen Zusammenlebens unter dem Anspruch von Freiheit und Gemeinwohl. Beteiligungsgerechtigkeit setzt beide zueinander in Beziehung. Sie meint, nicht nur advokatorisch für im Bildungssystem, auf dem Arbeitsmarkt, im kulturellen Leben … von Teilnahmechancen Ausgeschlossene einzutreten, sondern sie zu eigenständiger Teilnahme zu befähigen, ihnen aktive Beteiligung zu ermöglichen und strukturelle Mängel, die dem entgegenstehen, zu beseitigen. Eine Gesellschaft ohne Beteiligungschancen für alle ist nicht gerecht. Der Beteiligungsgedanke hebt die übrigen Komponenten sozialer Gerechtigkeit, also Verteilungs-, Tausch- und Verfahrensgerechtigkeit, aber nicht auf.
 


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