Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Donnerstag, 4.5.2006


Was ist Gerechtigkeit? ...wenn alle Menschen gleich behandelt würden und es keine Diskrimminierung von Seiten des Staates und der Kirche geben würde. In meiner kleinen Familie werde ich jeden Tag damit konfrontiert, diese Gerechtigkeit ist eine Ungerechtigkeit. Denn meine Kinder sind alle mit viel Liebe und Fürsorge aufgewachsen und die Kirche treibt einen Keil dazwischen, weil es eben keine Gerechtigkeit gibt, obwohl von den Kanzeln immer wieder gerade diese Gerechtigkeit gepredigt wird...alle Menschen sind gleich...nur für die Kirche nicht, denn meine beiden schwulen Söhne bekommen den Segen Gottes nicht, meine Tochter ja...was ist denn Gerechtigkeit?
 

Donnerstag, 4.5.2006


Die Frage nach der Gerechtigkeit erinnert in ihrer scheinbaren Einfachheit an Pilatus' Frage nach der Wahrheit. Nur einer ist gerecht: Gott allein. Wir Menschen können Gerechtigkeit nur über Gott und also in Jesus Christus finden. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist allerdings: Sie zu suchen und wirklich zu wollen: "Selig die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden". Die Konsequenzen freilich sind nicht ganz ohne. Man braucht nur die Gleichnisse vom reichen Jüngling und vom Prasser zu lesen: Jesus hält hier keine Fensterreden, sondern meint es ernst! Und wir? - Und ich?
 

Mittwoch, 3.5.2006


Gerechtigkeit heißt für mich, jedem die Chance zu geben, sich für eine Gesellschaft einzubringen und sich dabei frei zu entwickeln. Es heißt aber auch, für den Einzelnen die Chance anzunehmen und für die Gesellschaft, den Einzelnen zu fördern aber auch zu fordern.
 

Mittwoch, 3.5.2006


Hundert Millionen von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen in Europa und USA und drei Milliarden Arme haben zusammen ein geringeres Einkommen als die 400 reichsten Familien dieser Erde. Auch in Deutschland geht die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Gerechtigkeit ist heute nur möglich durch eine Rückbesinnung auf die Botschaft der Nächstenliebe - mit modernen Worten auf den Grundwert der Solidarität. Es geht also heute nicht darum, wie die Sozialkommission der Deutschen Bischofskonferenz irrtümlich gemeint hat, "das Soziale neu zu denken", sondern umgekehrt darum, das Neue, den unaufhaltsamen Prozeß der Globalisierung sozial d. h. human im Geiste des Evangeliums zu gestalten. Die katholische Kirche ist der größte Global Player und müsste mit der Idee einer internationalen sozial-ökologischen Marktwirtschaft den Gegenentwurf zum heutigen grundsätzlich ungerechten kapitalistischen Wirtschaftssystem leisten.
 

Mittwoch, 3.5.2006


Gerechtigkeit ist vielfältig. Es darf nicht von Einzelnen eine Gerechtigkeit formuliert werden. Gerechtigkeit ist eine gemeinsame Sache.
 

Mittwoch, 3.5.2006


Gerecht ist, dass alle Kinder und Jugendlichen die gleiche Chance bekommen, dass Kinder Freiräume zum Spielen haben.
Gerecht ist, dass jedes Kind nach seinen individuellen Fähigkeiten gefordert wird.
Gerecht ist, dass Menschen in Frieden in ihrer Heimat leben können.
 


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