Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Montag, 20.3.2006


Von der Gottesebenbildlichkeit ausgehend, beobachten wir zunehmend, dass Frauen in ihrem Engagement in der Kirche immer noch geringe Wertschätzung erfahren. Dies empfinden wir als ungerecht. Aufgrund dieser Ungerechtigkeit erwarten wir vom 96. Katholikentag einen Impuls zu einem breit angelegten Prozess auf allen kirchlichen und politischen Ebenen. Ziel des Prozesses soll es sein, die Chancen der Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung zu sehen und für die lebendige Kirche Gottes zu nutzen.
 

Sonntag, 19.3.2006


Gerechtigkeit ist, wenn Kinder in der Dritten Welt keinen Hunger mehr leiden, wenn Lehrern ihren Schülern gerechte Noten geben oder wenn ein Richter einem Mörder seine gerechte Strafe zukommen lässt.
Aber Gerechtigkeit kann nur dann gewährleistet sein, wenn das Verständnis für die Situation des jeweils anderen da ist; manchmal gehört dazu auch Reue.
Denn wenn jeder versuchen würde, den anderen zu verstehen und nicht in seiner Freiheit einzuschränken, würde die Welt von Tag zu Tag besser werden.
 

Samstag, 18.3.2006


Was ist Gerechtigkeit? Offiziel ist Gerechtigkeit, das oberste Anliegen jeder rechtsstaatlichen Ordnung, im Sinn der allgemeinen "Gleichheit vor dem Gesetz". Doch wo finden wir diese Gerechtigkeit? Nicht einmal Amerika kann diese Gerechtigkeit bieten, betrachtet man nur einmal den Konflikt zwischen Schwarz und Weiß.
Darüberhinaaus soll Gerechtigkeit, die Richtschnur allen staatlichen Handelns sein und der Gesetzgebung die Grundbausteine geben. Doch in welchen Staaten finden wir diese Richtschnur? In Europa zumeist ja, aber wo im Rest der Welt?
Gerechtigkeit ist jedoch nicht nur Baustein zur Gesetzgebung, sondern die Grundlage des Zusammenlebens in einer menschlichen Gemeinschaft. Doch leider fehlt sehr oft diese Grundlage in vielen Gemeinschaften, was es in Zukunft zu ändern gilt.
 

Freitag, 17.3.2006


Gerechtigkeit ruht auf den beiden Säulen von Lohn und Strafe. Alle Menschen sind gleichwertig vor Gottes Angesicht. Gerechtigkeit erreichen wir durch einen grundsätzlichen Bewusstseinswandel: Nicht das Streben nach materiellen Gütern, sondern geistige Erkenntnisse bestimmen die Stufe des Menschen. Bildung für alle im Bewusstsein, dass die Menschheit eine Einheit ist, tut not. Wir leben alle auf demselben Planeten, sind Bürger einer Welt. Ungerechtigkeit entsteht durch Grenzziehungen, durch Errichtung von Mauern, nicht nur in der materiellen Welt, sondern vor allem in unseren Köpfen. Unser Bestreben möge sein, die Mauern niederzureißen und statt Hass das Band der Liebe unter den Menschen zu knüpfen.
 
Dr. Hellmut Schmidt

Freitag, 17.3.2006


"Gute Planung, harte Arbeit - mit Gottes Hilfe! Wenn ich allein erfolgreich bin, die Menschen in meiner Umgebung aber arm bleiben, bleibe auch ich weiter arm." Das sagte uns Wilson Chemusto, ein erfolgreicher Bauer in Kapchorwa im Osten Ugandas bei unserem Besuch im Rahmen des Mikrofinanz Exposure- und Dialogprogramms (Nov. 2005).
Ich habe von ihm gelernt, dass es immer noch Menschen gibt, die ihr soziales Umfeld nicht aus den Augen verlieren, auch wenn es ihnen selbst nicht schlecht geht. Wilson und seine Leute in der Bauerngenossenschaft praktizieren sozialverantwortliches Unternehmertum - ein Beispiel für uns in Deutschland und Europa!
 

Freitag, 17.3.2006


Gerchtigkeit ist, wenn niemand aufgrund seiner Rasse, seines Geschlechts, seiner Herkunft, seiner Religion oder Lebensweise benachteiligt oder bevorzugt wird. Gerechtigkeit ist, wenn jeder die gleiche Chance hat zu leben und nicht wegen seiner Armut oder Heimat benachteiligt wird. Es ist gerecht, wenn jeder das gleiche Leid in seinem Leben erfährt und nicht einer weniger oder mehr. Jeder sollte das zurückkriegen, was er durch sein Verhalten und seine Lebensweise verdient hat. Es wäre gerecht, wenn alle Krankheiten heilbar wären und man an einem natürlichen Tod stirbt. Doch es gibt keine Gerechtigkeit und die wird es auch nie geben.
 


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