Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Dienstag, 14.3.2006


Für mich ist Gerechtigkeit, wie das Wort bereits sagt, dass keinem sein Recht vorenthalten wird. Jeder Mensch hat Rechte, angefangen mit den Menschenrechten bis hin zu "juristischen" Rechten. Es ist also für ein reibungsloses Zusammenleben sehr wichtig, dass die Menschen ihre Rechte gegenseitig akzeptieren. Dieses gegenseitige Anerkennen trifft den Sinn der "Gerechtigkeit" viel mehr. Es darf also niemandem Unrecht zugefügt werden, sonst wird auch automatisch die Gemeinschaft verletzt. In der Bibel wird mit den zehn Geboten versucht, Gerechtigkeit zu schaffen. Für ein gerechtes Zusammenleben muss es im Sinne aller sein, sich an diese Weisungen zu halten.
 

Dienstag, 14.3.2006


Können wir Gerechtigkeit als einzelnen Begriff definieren?
Man hat versucht den Begriff "Grechtigkeit" in verschiedene Arten der Grechtigkeit zu unterteilen(iustitia legalis,iustitia connectiva,...). Doch ist es nicht so, dass, auch wenn wir uns bestimmte Gerechtigkeitsbegriffe ausdenken, wir nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen?Denn, wie auch Platon es auszudrücken versucht, ist alles, was wir empfinden und sehen unsicheres Wissen. "Unsicheres Wissen";d.h., dass wir alle etwas anderes unter Gerechtigkeit verstehen und auf Grund dieser Tatsache nie herausfinden werden, was wirklich "gerecht" ist. Fazit ist, dass jeder von uns eine eigene Vorstellung von Gerechtigkeit hat!
 

Dienstag, 14.3.2006


Was bedeutet Gerechtigkeit für mich, in meinem Alltag, im Umgang mit meinen Mitmenschen? Jeder von uns will gerecht behandelt werden gemäß dem Motto: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg' auch keinem andern zu." Ich denke, dass es wichtig ist, fair miteinander umzugehen. Doch stellt sich einem häufig die Frage, ist das wirklich gerecht? Warum bekomme ich zum Beispiel in der Schule beim Sport eine schlechtere Note, obwohl ich mich total anstrenge, es aber einfach nicht besser hinbekomme? Es gibt viele Situationen, in denen man sich ungerecht behandelt fühlt.
 

Montag, 13.3.2006


Nichts ist ungerechter, als am falschen Ort zur falschen Zeit geboren zu sein und Armut, wenig Bildung und schlechte Gesundheit in die Wiege gelegt zu bekommen. Gerechtigkeit ist, wenn alle Kinder gleiche und gute Lebenschancen haben - weltweit und bei uns in Deutschland. Es geht um weit mehr, als die bessere Verteilung finanzieller Reichtümer. Gleiche Bildungschancen und eine möglichst frühe Förderung jedes einzelnen Kindes sind die entscheidenden Herausforderungen der Zukunft. Bildung weist den Weg aus Armut, vorbestimmter Erwerbslosigkeit und Ausgrenzung. Eine Gesellschaft darf sich nicht erlauben, ihren Jüngsten diese Chance zu verwehren. Wir müssen alle Kinder mitnehmen. Keines darf zurück bleiben.
 
Kerstin Griese MdB, Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Montag, 13.3.2006


Gerechtigkeit zielt auf das Individuum und seine Behandlung durch Staat, Gesellschaft und Mitbürger ab. Dem Menschen gerecht zu werden, verlangt dabei, ihn als je einzigartiges, aber unvollkommenes Abbild Gottes zu achten, mithin seine Selbstbestimmtheit in gemeinschaftlicher Verbundenheit und seine Gleichwertigkeit in individueller Verschiedenheit anzuerkennen, auch ihm Hilfe in seinen Schwächen zu gewähren und sie ihm in seinen Stärken abzuverlangen.
 
Prof. Dr. Christian Seiler, Universität Erfurt

Montag, 13.3.2006


Gerechtigkeit - keine Nachteile für Menschen anderer Rassen, anderer Hautfarbe, anderer Herkunft, anderen Geschlechts, anderer Religion, anderen Alters

Gerechtigkeit - Chancengleichheit für alle Menschen, Zugang zu Bildung und ärztlicher Versorgung, Zugang zu Nahrung und ausreichend Trinkwasser, zu einer angemessenen Unterkunft

Gerechtigkeit - Wohlhabende geben von ihrem Reichtum ab, Gleichverteilung von zum Beispiel Rohstoffen

Gerechtigkeit - Menschenrechte für alle Menschen der Erde, Gleichberechtigung und Respekt gegenüber allen

Gerechtigkeit - Machtverteilung innerhalb eines Landes und über Ländergrenzen hinweg

Gerechtigkeit - ein facettenreiches, kaum erreichbares Leitbild, aber dennoch erstrebenswert
 


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