Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Montag, 13.3.2006


Mehr als 3000 Campesinos, Frauen, Männer, Jungen und Mädchen ziehen in einem Opfermarsch über 50 km zu Fuß in die Hauptstadt ihres Departements. Dort demonstrieren sie drei Tage lang und verhandeln um bessere Gesundheitsversorgung und Schulbildung, um Kredite auch für sie als Kleinbauern und um gerechtere Preise für ihre Produkte. Gerechtigkeit erhält Beine.

In Nordwest-Uganda setzen sich Männer und Frauen zusammen und überdenken gemeinsam die traditionellen Geschlechterrollen. Sie nehmen es nicht mehr hin, dass Männer nur fünf Stunden am Tag arbeiten, Frauen aber 13. Gemeinsam ordnen sie ihren Alltag neu. Gerechtigkeit erhält ein weibliches und männliches Gesicht.

Die Welt ist, so wie sie ist, nicht in Ordnung. Viele Christinnen und Christen in Deutschland unterstützen die Misereor Kampagne gegen Armut und Krankheit in der Welt. Sie fordern mehr finanzielle Mittel zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele, eine neue Entschuldung und weltweit faire Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. Gerechtigkeit heißt Globalisierung der Solidarität.

 
Prof. Dr. Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender, Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.

Sonntag, 12.3.2006


Gemeinschaft

empathie

regeln

erfahrung

christlich

hilfe

tun

inhalte

gefühl

kindheit

erziehung

innovation

taten
 

Mittwoch, 8.3.2006


Gerechtigkeit hat viel zu tun mit der Schaffung von Zugängen für alle Menschen, Zugang zu Bildung z.B. Das fängt schon damit an, dass alle Menschen lesen, schreiben, rechnen, lernen können. Zugang zu Informationen, um über meine Rechte Bescheid zu wissen. Zugang zu Ressourcen die notwendig sind, um sich menschenwürdig ernähren und kleiden zu können. Zugang zu Märkten, um Anteil zu haben an der Güterverteilung. Zugang zu Wahlurnen und Ämtern, um mitwirken zu können. Und das alles ohne Unterschied von Rasse, Geschlecht, Kaste, Religion, Sozialstatus oder Vermögen. Ein Traum?
 

Dienstag, 7.3.2006


Was ist gerecht? Natürlich gehört zur Gerechtigkeit die Sicherung des Existenzminimums im Sinne eines menschenwürdigen Lebens. Das gilt auch international. Aber in der heutigen Zeit verstehe ich Gerechtigkeit auch im Sinne von Chancengerechtigkeit. Das heißt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen möglichst viele Möglichkeiten eröffnen. Voraussetzung dafür sind Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. Eigenverantwortung hat dabei immer zwei Seiten: Es bedeutet, Verantwortung für sich selbst zu tragen, aber auch, Verantwortung für andere zu übernehmen. Das gilt ebenso für Unternehmer in der Gesellschaft. Durch unternehmerischen Erfolg können sie auch global zur Chancengerechtigkeit beitragen und sollten entsprechend ihren Möglichkeiten an der Lösung gesellschaftlicher Aufgaben mitwirken.
 

Samstag, 4.3.2006


Gerechtigkeit? Kann es eine allgemeingültige Gerechtigkeit überhaupt geben? Sieht nicht jeder einzelne von seinem eigenen Standpunkt etwas anderes als gerecht an? Es scheint doch klar, was gerecht ist, oder etwa doch nicht?
Ich glaube, Gerechtigkeit ist ein anzustrebendes Ziel, das niemals im umfassenden Sinn erreicht werden kann. Und vor allem sollte sich jeder einzelne Mensch hüten, für andere den Begriff der Gerechtigkeit festzulegen oder zu entscheiden, das ist gerecht und das ungerecht.
Ich glaube, kein Mensch wird am Ende seines Lebens sagen können: Ich war immer gerecht. Oder: Mir ist in meinem Leben nur Gerechtigkeit widerfahren.
 

Freitag, 3.3.2006


Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht ist keine Utopie. Die acht UN-Millenniumziele beschreiben eine umsetzbare Agenda zur Verringerung von globaler Armut. Die Mittel sind vorhanden, der Wille fehlt. Der Glaube ist da, Gerechtigkeit kommt nicht aus dem Nichts, sie entsteht durch Mitwirkung des Menschen mit Gottes Geist. Kofi Annan weist den aufgeklärten religiösen Führern und Gelehrten aller Religionen eine Schlüsselrolle zu. Ihre Parteinahme kann sowohl politische Führer als auch Normalbürger beeinflussen. Ihre Unterweisung und Führung kann Menschen begeistern, mehr Verantwortung zu übernehmen. Mit ihrem Beispiel können sie den interreligiösen Dialog fördern und dazu beitragen, Unwissen und Missverständnisse zu überbrücken.
 


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