Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Donnerstag, 23.2.2006


Das Einsetzen für soziale Gerechtigkeit ist die Basis für unternehmerisches, christliches Handeln.
Christliches, unternehmerisches Handeln fördert soziale Gerechtigkeit.
 
ulla mennigmann, alzheimerleben e.v.

Donnerstag, 23.2.2006


Gerechtigkeit bedeutet für mich, meinem "Gegenüber", dem anderen Menschen, Gott, aber auch den Geschöpfen, gerecht werden.
Dies ist mir nur möglich, wenn ich mein Gegenüber "richtig" sehe.
Wie das möglich ist, sagt eine westafrikanische Fabel: Jeder Mensch wird mit vier Augen geboren, zwei in seinem Kopf und zwei in seiner Seele. Bei den meisten Menschen öffnen sich die Augen der Seele erst, wenn die Augen im Kopf im Tod sich schließen. Es gibt Menschen, denen sich die Augen der Seele bereits im Leben auftun.
Dem Glaubenden sind die Augen der Seele seit der Taufe geöffnet. Es ist eine besondere Tat des Auferstandenen, den Seinen die Augen zu öffnen. Darum ist er zu der neuen Gerechtigkeit fähig.
 
P. Ludwig Bertsch SJ

Montag, 20.2.2006


Was würde geschehen, wenn die Frage nach der Gerechtigkeit aufgegeben würde und man künftig nur noch wissen wollte, was sich zum eigenen Vorteil durchsetzen lässt? Für mich bedeutet Gerechtigkeit: Fairness im Miteinander und Schutz der Schwächsten, denen die Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen fehlen. Ausgehend von der Antike war "Gerechtigkeit" lange Zeit eine Tugend, eine persönliche Haltung, jedem das Seine geben zu wollen. Heute werden damit eher anzustrebende Zustände assoziiert. Gerechtigkeit beinhaltet beides: Die Unbedingtheit des Willens des einzelnen, für Gerechtigkeit zu kämpfen, und größte strukturelle Anstrengungen. Das alles aber im Wissen darum, dass Gottes Gerechtigkeit allen Menschen gilt.
 

Montag, 20.2.2006


Gerechtigkeit Gottes und die Gerechtigkeit eines Getauften haben nichts mit Rache zu tun.
Gerechtigkeit manifestiert sich auch im Respektieren von Unterschieden, seien sie von konkurrenter Art oder von konvergenter, weniger im Machen von Unterschieden durch den Menschen. Denn im Unterschiedlichsein bzw. Unterschiedehaben liegt sowohl bei Freunden als auch bei Feinden eine Gemeinsamkeit, die besser geachtet als bekämpft wird: die Würde des jeweils anderen. All das, meine ich, kann das Grund- und Doppelgebot der Liebe zeigen und lehren (vgl. auch Jak 2,1 bis 9). So kann vielleicht eher ein Dialog zwischen unterschiedlichen Konfessionen, Religionen und Kulturen geführt und gepflegt werden.
 

Samstag, 18.2.2006


Was ist gerecht und was ungerecht?

Gerecht ist es auf alle Fälle nicht an jeden die gleichen Aufgaben und Erwartungen zu stellen.

Das beste Beispiel dafür sind die Tiere, die vor einem Baum stehen. Ist es gerecht, ihnen die gleiche Aufgabe zu stellen?
Einer Maus, einem Elefanten, einem Vogel, einer Giraffe und einem Affen: Wer zuerst auf dem Baum ist hat gewonnen.

Gerecht ist es, sich sein Gegenüber genau anzusehen, sich mit dem Anderen vertraut zu machen und erst dann die Aufgaben und Erwartungen zu stellen.
 

Samstag, 18.2.2006


Gerechtigkeit gibt es nur, wo Gleiche gleich behandelt werden. Für den fairen Umgang mit Ungleichen braucht es mehr: Augenmaß, diplomatisches Geschick und wenn möglich: Liebe.
 


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