Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Dienstag, 7.2.2006


"Gerechter unter den Völkern" ist der Ehrentitel, den die Gedenkstätte Yad Vashem Menschen verleiht, die unter Gefahr gegen den Holocaust gekämpft haben. "Der Gerechte muss viel leiden" ist ein oft strapaziertes deutsches Sprichwort. Beides macht deutlich: Gerechtigkeit heißt durchaus nicht immer, auf der Seite eines verfassten, Gesetz gewordenen, Rechts zu stehen. Es bedeutet, abzuwägen zwischen den Forderungen der Staaten, der Sitte, der Tradition, der Religionen - und dem, was Verstand und Gewissen dagegen einwenden mögen. All' dies aber ohne Rechthaberei und Selbstgerechtigkeit. Gerechtigkeit ist der Gang auf einem schmalen schwankenden Seil.
 

Dienstag, 7.2.2006


Gerechtigkeit hat für mich mit dem Anspruch zu tun, dass jeder Mensch die ihm verbürgten Rechte verwirklichen kann. Im Einsatz für Gerechtigkeit hilft mir die Goldene Regel der Bergpredigt: "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen" (Mt 7, 12)! Sie gibt mir Orientierung für ein gerechtes Handeln.

Mit den Augen des anderen sehen, hilft mir, ihm gerecht zu werden. Mit seinem Herzen fühlen, lässt mich barmherzig sein. Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sind als Zwillinge geboren. Beide sind gleichermaßen eine Frucht der Liebe. Das sollten wir als Kirche und als Christen, als "Menschen des neuen Weges", nie vergessen!

 
Msgr. Alois Schröder, Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland

Dienstag, 7.2.2006


Est juste ce qui tourne résolument le dos à l’injustice et au mal.

Est juste ce qui rétribue chacun en fonction de son apport à la collectivité.

Est juste ce qui établit un rapport d’amitié entre les humains.


 
Professeur Jean-François Collange

Dienstag, 7.2.2006


Gerechtigkeit ist eine große Idee, aber kein leerer Traum!

Gerechtigkeit ist eine bleibende Aufgabe, "nachjagen" (Dtn 16,20) müssen wir ihr in jedem Augenblick.

Die Forderung nach Gerechtigkeit stellt uns täglich vor neue Herausforderungen.

Gerechtigkeit sagt das Schwere einfach und macht es schwer, einfach zu handeln.

Gerechtigkeit ist Schlüsselbegriff, Prüfstein, Maßstab für unser Handeln als Einzelne und als Gemeinschaft.

Gerechtigkeit fordert den ganzen Menschen - braucht Kopf, Herz und Hand.

Gerechtigkeit richtet sich an den Nächsten und braucht den Nächsten.

Gerechtigkeit strahlt vom Himmel, Ungerechtigkeit schreit zum Himmel.

Gerechtigkeit ist Sache des Menschen und Geschenk Gottes.

Unsere Hoffnung: Gottes Gerechtigkeit!

 
Bischof Dr. Reinhard Marx, Trier

Montag, 6.2.2006


Gerechtigkeit ist ein großes Wort, das immer einen subjektiven Touch haben wird. So stellt sich zweifelsohne auch in der katholischen Kirche die Frage, warum keine Frauen in Priesterberufen erlaubt sind. Gerecht wäre es meiner Meinung nach allemal und zum anderen würden wir in Deutschland auch etwas gegen den akuten Priestermangel unternehmen. Aber so ein Tabu-Thema, wie auch beim Zöllibat, ist leider immer noch nicht gerne gesehen. Ist das gerecht?
 

Montag, 6.2.2006


Als Vater von vier Kindern erlebe ich den Aspekt der Gerechtigkeit "von unten". Kann es in der Erziehung ansatzweise oder gar vollkommene Gerechtigkeit geben?
Oft ist damit gemeint: Gleichbehandlung, gleicher Anteil beim Kuchen-Teilen, vielerlei materielle Erwägungen und auch ideelle Dinge wie Großzügigkeit im Erlauben von Aktivitäten, Sonderaktionen, Teilnahme an Ferienfreizeiten usw.
Aus der gelebten Praxis weiß ich: es gibt keine hundertprozentige Gerechtigkeit in der Erziehung, wohl aber das Bemühen darum.
 


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