Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Mittwoch, 25.1.2006


"Wir sind auf dem Weg zur Gerechtigkeit, kommen jedoch nie an." Als Rechtsanwalt und Notar ist dieser Gedanke für mich konkrete Wirklichkeit. Es ist ernüchternd, wenn ich als Vertreter konkreter Personen am Ende fühle, keine gerechte Lösung erreicht zu haben, oder als neutraler Vermittler Schwierigkeiten habe, einen Ausgleich im Sinne der Gerechtigkeit zu finden:
- Ist es gerecht, wie ein großer Betrieb es schafft, vor dem Arbeitsgericht die Kündigung einer langjährigen Mitarbeiterin durchzusetzen?
- Wie weit geht die Gerechtigkeit, wenn ich für einen 23 Jährigen Unterhalt gegenüber seinem Vater vor dem Familiengericht erstreite?
- Wie weit geht die Generationengerechtigkeit bei der Heranziehung erwachsener Kinder für die Pflegekosten ihrer demenzkranken Mutter?
Ich bin weiter auf diesem Weg!


 

Dienstag, 24.1.2006


Gerechtigkeit ist, wenn alle Menschen, die dazu in der Lage sind durch persönliche Arbeit ihr Leben gestalten können. Geld durch Geld zu "verdienen" muss dabei ausgeschlossen sein.
 

Dienstag, 24.1.2006


Gott selbst wirkt, dass wir "ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit". "Er hat uns einen starken Retter erweckt"; ihm verdanken wir, "vor seinem Angesicht all` unsre Tage" zu leben (vgl. Lk 1,69.75).
Jes 58,10 verheißt denen, die den Hunger ihrer Mitmenschen stillen, das Aufgehen ihres Lichts in der Finsternis. Der "oriens ex alto" (Lk 1,78) hat sich für uns zum Brot gemacht (Benedikt XVI.): Mit ihm und in ihm dürfen wir andere nähren.
Seine Gerechtigkeit breitet sich aus, wo wir uns zusammenfinden und seine Gaben teilen - auch mit Außenseitern und Menschen, die an uns schuldig geworden sind.

 

Montag, 23.1.2006


Als Familienvater von zwei Kindern fällt mir dazu ein: Gerechtigkeit ist nicht, wenn jede(r) dasselbe bekommt, sondern jede(r) nach seinen eigenen Bedürfnissen.
 

Donnerstag, 19.1.2006


Im Gleichnis über das anvertraute Geld (Lk 19,11) heißt es: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Das ist ein unbequemes Fazit, das dem heutigen Verständnis von der voraussetzungslosen Pflicht zur sozialen Hilfe klar entgegensteht. Denn die Quintessenz lautet: Hilfe verdient nur, wer sich darum bemüht. Keine Hilfe verdienen Faule und Untätige, im
Gegenteil: Ihnen darf man sogar wegnehmen, was sie haben. Denn nur das ist gerecht gegenüber denjenigen, die sich bemühen.
 

Donnerstag, 19.1.2006


Die Nahrung auf unserer Erde würde reichen,

dass alle Menschen satt werden können.

Die Güter dieser Erde würden reichen,

dass alle Menschen ohne Armut leben können.

Die Arbeit auf dieser Erde könnte so verteilt werden,

dass alle Menschen sich ihr Brot verdienen können.

Der Platz auf dieser Erde würde reichen,

wenn alle Menschen die anderen und deren Leben achten würden.


Gott hat uns reichlich von allem geschenkt!



 


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