Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

Grafik:

Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Mittwoch, 18.1.2006


In Gerechtigkeit steckt das Wort Recht. Alle Menschen auf der Welt sollten die gleichen Rechte haben, alle sollten die gleichen Möglichkeiten erhalten, unabhängig von Alter, Geschlecht, Rasse oder Herkunft. Gerechtigkeit herrscht dort, wo es eine faire Chance für alle Menschen gibt und nicht dort, wo aufgrund der Herkunft zu vieles schon vorherbestimmt ist, wie es heute auf unserer Welt leider zu häufig der Fall ist. Gerechtigkeit sollte deshalb die Grundlage unseres Handelns sein. Der Prophet Hosea schrieb schon im Alten Testament: "Sät als eure Saat Gerechtigkeit aus, so werdet ihr ernten, wie es der (göttlichen) Liebe entspricht." (Hos 10,12a)
 
Dechant Michael Becker, Saarbrücken

Mittwoch, 18.1.2006


Die schönste Beschreibung für "Gerechtigkeit" ergibt sich für mich aus den Seligpreisungen: Selig sind, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Bei meiner Arbeit spielt Gerechtigkeit eine entscheidende Rolle. In der Bundeswehr fühlen sich Soldaten oft ungerecht behandelt. Von ihren Vorgesetzten, von Kameraden, manchmal auch von der Politik. Und das ist dann der Grund dafür, dass ich angesprochen und gebeten werde, mich der Sorgen und Probleme der Soldatinnen und Soldaten anzunehmen. Grundsätzlich ist Gerechtigkeit für mich ein Schlüsselbegriff. Ich bin mit jungen Jahren gerade deshalb politisch aktiv geworden, um mehr Gerechtigkeit bei uns und anderswo zu schaffen.
 

Mittwoch, 18.1.2006


Im ärztlichen Beruf bin ich versucht, Gerechtigkeit mehr unter dem Versorgungsgedanken zu sehen: gleiches Recht für alle - gleiche Behandlung für alle.
Ein schöner Traum...weit entfernt von der täglichen Realität in Praxis und Klinik. Ich rede nicht von der 2-Klassen-Medizin, sondern von dem Versuch, einem Menschen gerecht zu werden, dem jeweils Hilfesuchenden vor mir. Seine Erwartungen sind nicht unbedingt deckungsgleich mit meiner Einstellung und mit meinen Untersuchungsergebnissen. Ob wir uns überhaupt verstehen?
Nicht zu reden vom unterschiedlichen Wissensstand! Aber ein Ebenbild Gottes, das vor mir sitzt und darum Gerechtigkeit verdient.
 

Sonntag, 15.1.2006


Gerechtigkeit heißt, jedem gerecht zu werden. Und zwar nicht nur in seinen materiellen Bedürfnissen, sondern seiner Würde und seinem Wesen gemäß. Dies hat zur Voraussetzung einen tief empfundenen Respekt, Empathie, letztlich Liebe für die Mitgeschöpfe. Gerechtigkeit kann es nicht isoliert geben für nur eine Gruppe, nur eine Stadt, nur eine Nation. Nicht einmal für nur eine Spezies der Schöpfung. Letzlich jedem Wesen gerecht zu werden, vermag nur göttliche Vollkommenheit, d.h. Liebe. Was wir tun können, ist immer weiter und wieder Achtsamkeit zu üben.
 

Sonntag, 15.1.2006


Gerechtigkeit hat viele Aspekte. Als Katholikin bedeutet Gerechtigkeit für mich zunächst einmal, dass endlich alle Getauften, Männer wie Frauen, den gleichen Zugang zu allen Ämtern und damit zu allen Entscheidungskompetenzen haben.
Wichtig wäre dabei auch der Abbau der ungerechten patriarchal- hierarchischen Strukturen der katholischen Kirche hin zu einer Gemeinschaft von gleichwertigen Gläubigen mit unterschiedlichen Aufgaben nach ihren jeweiligen Charismen. Damit würde sich Kirche wieder an ihrem Vorbild "Jesus Christus" orientieren und für die heutige Gesellschaft wesentlich glaubwürdiger sein.
 

Mittwoch, 11.1.2006


Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht ist....,
wenn auch in unserer katholischen Kirche Männer und Frauen als gleichwertige Menschen angesehen werden. Dies äußert sich u.a. in freiem Zugang zu allen Ämtern und Aufgaben der Kirche für Frauen und Männer!
 


Navigation

Seite:  > [ vorherige Seite ] [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] [46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [58] [59] [60] [61] [62] [63] [64] [65] [66] [67] [68] [69] > [ nächste Seite ] 

 

 

Jugend Portal

 

Suche

Schriftgröße

[ A ] [ A ] [ A ]