Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Dienstag, 10.1.2006


Gerechtigkeit heißt, auf die Werte,
des Lebens achten!
 

Montag, 9.1.2006


Gerechtigkeit ist die Tugend, möglichst bei allen wichtigen Entscheidungen und Handlungen zu bedenken, ob sie in die von Gott gegebenen Rechte anderer Menschen eingreifen. Ist dieser Eingriff nötig? Ist die Verhältnismäßigkeit gewahrt? Und: Was kann ich jetzt beitragen, um Gottes Gerechtigkeit und Frieden verwirklichen zu helfen? Denn sonst bliebe Gerechtigkeit nur eine politische Phrase für angenommenes eigenes Recht, eine Keule, andere damit zu schlagen.
 

Montag, 9.1.2006


"Dass nicht die ganze Beobachtung der Gerechtigkeit in dieser Regel festgelegt ist", so lautet die Überschrift des letzten, 73. Kapitels, der Benediktusregel. Die Gerechtigkeit ist für den Psalmenbeter die Übereinstimmung mit den Weisungen Gottes, ist für Matthäus das, was mit dem Reich Gottes zu suchen ist. Alle menschlichen Gesetze und Regeln können nur hinführen, sich herantasten an die Fülle der Gerechtigkeit. Darum sollten alle menschlichen Gesetzgeber nur mit Ängstlichkeit Normen und Gesetze erlassen, "cum aliqua scrupo-loritate", wie Benedikt im 40. Kapitel bei der Festlegung einer Norm (hier das Maß der Nahrung) schreibt.
 
Abt Odilo Lechner OSB

Freitag, 6.1.2006


Über Gerechtigkeit müsste mensch viel schreiben.
Aber noch viel mehr einen Weg zur Handlung finden.

Über Gerechtigkeit könnte die Christenheit viel predigen.
Aber noch viel mehr
zur Handlung fördern und diese begleiten.

Über Gerechtigkeit haben wir Frauen schon vieles ermöglicht.
Aber einiges bleibt doch noch
unwichtig und deswegen ungerecht:
nämlich die Möglichkeit,
öffentlich in der Christenheit
unsere Gedanken zu säen.

Über Gerechtigkeit kann ich noch viel schreiben.
In Brasilien leben Frauen und Männer nicht immer einen gerechten Alltag.
Aber wir hoffen alle inständig, dass Gott unsere Hoffnung
jeden Tag erneuert.
 

Donnerstag, 5.1.2006


Die Frage nach der Natur der Gerechtigkeit ist seit der griechischen Antike Gegenstand intensiver philosophischer Debatten. Den Begriff der Gerechtigkeit untersucht insbesondere der Zweig der Moralphilosophie bzw. Ethik und soweit Gerechtigkeit auf religiöse Vorstellungen zurückgeführt wird, die Moraltheologie. Als philosophischer Begriff kann Gerechtigkeit von zwei Seiten betrachtet werden: die persönliche oder subjektive Gerechtigkeit (als Tugend) und die politische oder institutionelle Gerechtigkeit, also die Gerechtigkeit von Recht, Staat und Politik.
 

Mittwoch, 4.1.2006


Was ist Gerechtigkeit?

Das Matthäus-Evangelium liebt den Begriff der "größeren Gerechtigkeit" (Mt 5,20). Es ist ein dynamischer Begriff. "Größer" hält nach vorn und nach oben offen. Jesus geht es um dieses "mehr": um mehr als nur "weiße Westen", mehr als ein Nebeneinander von Menschen, mehr als ein geregeltes Gemeinwesen, mehr als nur Verteilgerechtigkeit, so wie es beim Frieden um mehr geht als nur um eine Koexistenz, wo man wegen gemeinsamer Geschäfte zusammenhält.

Gerechtigkeit, die Jesus meint, zielt auf ein "Leben in Fülle" für alle. Dieser Mehr-Wert der Gerechtigkeit kommt aus der Beziehung zum immer größeren Gott. Er darf nicht verlorengehen in einer Welt des Kalküls, des Marktes, der Macht.


 


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