Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

Grafik:

Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Montag, 19.12.2005


Gerechtigkeit bedeutet für mich, dass jeder Mensch, die grundlegenden materiellen und immateriellen Möglichkeiten hat, sein Leben in eigener Verantwortung und Freiheit zu gestalten und bei der Gestaltung des Lebens der Gesellschaft mitbestimmen und mitwirken zu können. Es geht letztendlich um die Chance der Teilhabe an den Gütern und Ressourcen der Gesellschaft (wie Bildung, Mitbestimmung, Nahrung, Kulturgüter etc.) für alle Menschen. Dies kann sich heute, auf Grund der oft weit reichenden Auswirkungen von Entscheidungen, nicht mehr nur auf die jeweils lebenden Generationen beziehen, sondern muss auch die Rechte der zukünftigen im Blick halten.
 

Montag, 19.12.2005


Gerechtigkeit umfasst mehrere Dimensionen. Mein Verständnis von Gerechtigkeit geht über traditionelle Vorstellungen von Verteilungsgerechtigkeit hinaus. Es gilt verschiedene Dimensionen wie Teilhabegerechtigkeit, Generationengerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Internationale Gerechtigkeit zusammen zu denken. Die unterschiedlichen Dimensionen stehen nicht konfliktfrei zueinander. Der grüne Slogan "Wir haben die Erde von unseren Kindern geborgt" verweist auf einen Kern der Gerechtigkeitsdiskussion. Wir Menschen sind Teil der Natur und unsere Lebensgrundlagen beruhen auf dem Reichtum der Möglichkeiten der Erde. Die Ressourcen sind begrenzt und jeglicher ökologischer Raubbau und zukunftsvergessene Sozial-, Wirtschafts- und Finanzpolitik verbieten sich, weil die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder sonst riskiert wird. Das Einlösen internationaler Gerechtigkeit verlangt in einer globalen Welt von dem reichen Europa einen größeren Beitrag. Dies ist beste Friedensprävention.
 

Montag, 19.12.2005


Für den Katholikentag in Saarbrücken wurde ein Motto gewählt, dem die Veranstaltung letztlich nicht gerecht werden kann: Das Leitwort lässt sich überhaupt nur handhaben, wenn seine geistli­che Brisanz von vornherein beschnitten wird. Die Bibel jedenfalls hat sowohl im Alten als auch - erst recht - im Neuen Testament weit größeres Interesse an der Gerechtigkeit Gottes als an menschlichen Berechnungen, wie in Wirtschaft und Gesellschaft, in Staat und Kirche mehr Ge­rechtigkeit hergestellt werden könnte.

Der erste Schritt zur "Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht" wäre das rückhaltlose Eingeständ­nis, dass unsre Sensibilität für Gerechtigkeit erst dort zur Höchstform aufläuft, wo wir ei­gene "berechtigte" Interessen bedroht sehen.
 

Montag, 19.12.2005


Im Schnäppchenrausch verstummt,

von der Werbung gern’ verdummt,

keiner fragt dich mehr:

wohin gehst du?

Nur der Geiz ist wirklich geil,

dem Aktienmarkt "Sieg ...",

das Geld zeigt dir den Weg,

wohin gehst du?

Alle für keinen, jeder für sich,

hör’ auf zu weinen, Mitleid gibt’s nicht,

keiner fragt dich mehr,

wohin gehst du?

Deutschland, wohin?

Deutschland, wohin gehst du?

Deutschland,

verstehst du?

Den Armen immer weniger,

den Reichen nur noch mehr,

Gerechtigkeit,

wohin gehst du?

Von Zukunftsangst bedrückt,

die Ideen sind erstickt,

Gemeinschaft,

wohin gehst du?

 

Montag, 19.12.2005


Der Begriff "Gerechtigkeit" umschreibt eine komplexe Realität mit vielen Gesichtspunkten. Aber es gibt eine fundamentale Wurzel: Die "Richtigkeit" muss an der Übereinstimmung zwischen dem Geschöpf und dem Willen des Schöpfers gemessen werden. Wo Gott nicht ernst genommen wird, kann es keine Gerechtigkeit geben; denn der Begriff "Gerechtigkeit" darf nicht nach Belieben manipuliert werden.

Der Psalmbeter ruft zu Gott: "Leite mich Herr, in deiner Gerechtigkeit." (Ps 5,9).

Nur auf dieser Basis kann das Zusammenleben gedeihen, wie es der Prophet Jesaja sagt: "Das Werk der Gerechtigkeit wird der Frieden sein, der Ertrag der Gerechtigkeit sind Ruhe und Sicherheit für immer." (Jes 32,17)

 
Johannes Mohr

Freitag, 16.12.2005


gerechtigkeit heisst, alle menschen gleich zu behandeln und jeden zu respektieren
 


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