Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

Grafik:

Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Sonntag, 4.12.2005


GERECHTIGKEIT - vielfach gebraucht, oft beschworen aber scheinbar unrealistisch.
GERECHTIGKEIT - so notwendig, so wichtig und wertvoll aber so schwer.
GERECHTIGKEIT - nur etwas für Politiker oder Kirchenleute oder Moralapostel?
GERECHTIGKEIT - eine deutliche Forderung und Mahnung Gottes an alle, die mitbauen an seiner Schöpfung.
GERECHTIGKEIT - für die Welt wichtig, doch beginnt sie bei mir und dir, da wo ich lebe und bin.
GERECHTIGKEIT - beginnt, wenn ich nicht der Stärkere sein will.
GERECHTIGKEIT - fängt an, wenn ich auch meinen Mitmenschen im Blick habe.
GERECHTIGKEIT - ist ein Geschenk, das mir anvertraut ist.
Herr schenke mir die Fähigkeit zur Gerechtigkeit.
 

Sonntag, 4.12.2005


Für mich ist Gerechtigkeit immer wieder eine Quelle der Kraft und wichtiger Antrieb, um mich auch an große Aufgaben heran zu wagen - wie den konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und seine politische Ergänzung, den von der AGENDA 21 umrissenen Prozess der nachhaltigen Entwicklung (übrigens: beide sind aus den gleichen Wurzeln hervorgegangen).
In beiden Prozessen - dem kirchlichen und dem weltlichen - wünsche ich mir deutlich mehr Engagement der Kirche(n), um so ein tatkräftiges und glaubwürdiges Zeugnis von der Gerechtigkeit Gottes abzulegen.

 

Freitag, 2.12.2005


"Qu’est-ce que pour vous la justice? "


Une évidence d’abord :

« la justice n’est pas de ce monde »


Une autre approche :

La justice ne peut avoir la même définition pour

- le riche héritier qui a pu bénéficier d’une éducation et d’une formation de qualité

- le self made man qui a réalisé lui-même une « Erfolgsstory »

- l’enfant d’immigrés bâtissant son avenir dans une HLM de banlieue



« Il me semble que la justice devrait être ce sentiment que chacun ressent au fond de soi à travers le filtre de sa conscience et qui le pousse à accomplir des actes que sa nature ou sa personnalité n’accompliraient pas naturellement ».


Quant à ceux qui sont chargés par la société de « rendre la justice », ils ne sont et ne peuvent être que les interprètes d’une partition écrites par d’autres.

 
Nicolas Villeroy de Galhau

Freitag, 2.12.2005


Gerechtigkeit fällt nicht vom Himmel. Wir müssen sie wollen und wir müssen sie üben. Nur der kann gerecht sein, der genau hinschaut und gut zuhört. Wer Wichtiges übersieht oder überhört, redet an den Menschen vorbei und wird ihnen nicht gerecht.
Nota bene: wenn jeder, dem Gerechtigkeit widerfährt, diese an andere weitergeben würde - einmal, zehnmal, hundertmal -, die Welt wäre schöner und das Leben lebenswerter.

 

Freitag, 2.12.2005


Nur der uneingeschränkte Respekt vor dem Anderen, die Begegnung "auf gleicher Augenhöhe" führt zu Gerechtigkeit.
 

Donnerstag, 1.12.2005


‚Gerechtigkeit’ und ‚Ungerechtigkeit’ sind Worte mit emotionaler Appellqualität, die sich leicht als Schlagworte verwenden lassen. Denn ‚Gerechtigkeit’ legt in der abendländischen Kultur das noch allgemeinere ‚Gute’ mit Bezug auf das menschliche Zusammenleben aus. Es ist ein gesellschaftlicher Wertbegriff, der je nach Anwendungsbereich und politischer Orientierung unterschiedlich interpretiert wird. Unser Urteil, etwas sei ungerecht, ist weit sicherer als das Urteil, etwas sei gerecht. Ungerechtigkeit ist stets konkret, Gerechtigkeit dagegen abstrakt, allgemein.

Für den Christen ist das Streben nach Gerechtigkeit Ausdruck seines Verhältnisses zu Gott, der allein gerecht ist, und vor dem alle innerweltliche Gerechtigkeit Stückwerk bleibt.

 


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