Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Mittwoch, 16.11.2005


Gerechtigkeit ist, dem strengen Wortsinn nach, das was richtig ist. Richtig ist es, als einzelner seinen Beitrag zu leisten für eine bessere Welt, auch wenn es manchmal schwer fällt, ein jeder nach seiner Berufung. Richtig ist es, sich selbst zurückzustellen, wenn man durch den Verzicht auf den eigenen Willen und durch die Annahme dessen, was Gott für die eigene Person geplant hat, die eigene Aufgabe in der Welt erfüllt. Wenn jeder sich daran hält, wird die Welt immer besser für alle, auch für die Ausgegrenzten. Und das wäre doch mal gerecht ...
 

Mittwoch, 16.11.2005


Was ist Gerechtigkeit ?

Mit einem Wort?
Gerechtigkeit hat viel mit Recht zu tun.
Wo uns recht getan wird, da ist Gerechtigkeit.
Wann immer sich im Europa der Interessengegensätze die Sprache auf das Recht des je anderen einläßt, wird Gerechtigkeit sein.
Dem jüdischen Mitbürger, ab 1933 aus dem Heimatland vertrieben, dem Zwangsarbeiter und KZ-Inhaftierten seit 1933, wie dem von Haus und Hof geflohenen, später dann auch vertriebenen deutschen Menschen
wird Gerechtigkeit zuteil, wenn wir das Recht, das an ihnen verletzt wurde, zu heilen trachten.

 

Mittwoch, 16.11.2005


"Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein." Mit diesem Bibelzitat (Buch Jesaja 32, 17) verbinden wir zwei zentrale Bausteine menschlichen Miteinanders: Friede und Gerechtigkeit. Friede in Deutschland wie überall auf der Welt. Ohne inneren und äußeren Frieden gibt es keine Gerechtigkeit unter den Menschen und Völkern. Es geht dabei auch um Grundsätze, die in der Philosophie der Aufklärung begründet sind. "Alle Menschen sind gleich und frei" sowie "Der Schwache braucht, um frei zu sein, Gesetze, die ihn vor der Willkür der Stärkeren schützen". Alle gesellschaftlichen Institutionen in Deutschland, Europa und der Welt sollen daher beherzigen: Keine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung kann bestehen, die nur grenzenloses Wachstum zur Voraussetzung hat und welche die Lebensgrundlagen unserer von Gott geschaffenen Erde zerstört. Solange Menschen noch immer hungern oder Kriege führen müssen, geht die Saat des Friedens nicht auf.
 
Oskar Lafontaine, MdB

Mittwoch, 16.11.2005


Gerechtigkeit bedeutet:

Dem Menschen das Sterben in Würde zu ermöglichen.
Aktive Sterbehilfe, Eutanasie ist zu verhindern.
Dem Todkranken Sicherheit, Hoffnung, Glauben zu vermitteln im gemeinsamen Gebet.
 
Klaus Jürgen Ludwiczak

Mittwoch, 16.11.2005


Würde man die Zeit anhalten, so würde jeder Mensch behaupten können, dass ihm im gegenwärtigen Augenblick in irgend einer Angelegenheit, in irgend einer Situation oder gegenüber irgend welchen Menschen Unrecht geschieht oder er im Nachteil ist.
Gerechtigkeit tritt aber gerade dadurch ein, dass sie sich nur über einen längeren Zeitraum erfüllt, bereits beginnend in der Zeit und sich vollendend in der Ewigkeit.
 

Montag, 14.11.2005


"Gerechtigkeit" hat etwas mit Gleichheit zu tun. "Gleiches soll gleich, Ungleiches ungleich behandelt werden", entspricht dieser Einsicht. Gleichheit meint jedoch nicht, dass Menschen identisch sind, sondern gleich in Bezug auf ein Merkmal und sonst verschieden. Die Formel: "Jedem das Seine" bezieht sich auf persönliche Verdienste oder die Rangstellung in traditionellen Gesellschaften. In modernen Gesellschaften wird die Gleichheit auf das Individuum bezogen: Jede Person hat das Recht, als gleiche anerkannt und behandelt zu werden. Aus dieser "moralischen Gleichheit" folgt keine gleiche Einkommensverteilung, wohl aber eine Rechtfertigungspflicht, dass Differenzen der Güterausstattung in persönlichen Leistungen begründet und für die weniger Begünstigten vorteilhaft sind.
 


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