Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

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Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

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100 Worte Gerechtigkeit

Montag, 7.11.2005


"Der Herr ist unsere Gerechtigkeit...", heißt es beim Propheten Jeremia (23, 6).
Dieses Wort ist eine wahre Wucht, bedeutet es doch: Gott fühlt sich gemeint, wenn wir gerecht sind und gerecht handeln. Dann wäre ja auch Gerechtigkeitsdienst nichts anderes als "Gottesdienst".
Viele Betriebsräte und Gewerkschaftsleute, mit denen ich als Betriebsseelsorger zu tun habe, bekommen da leuchtende oder gar feuchte Augen. Gottsucher auch sie - ob sie es sich eingestehen oder nicht - fühlen sich IHM plötzlich ganz nahe. Da bekommt der alltägliche Einsatz um Arbeit und Einkommen für alle, der Kampf um Recht und Würde der Arbeit, um den gerechten Lohn noch einmal eine ganz andere Dimension.
Gerechtigkeit - das ist für mich ein Spurenelement des "Reiches Gottes", das wir erhoffen, und das hier und heute schon in Konturen sichtbar wird.

 

Montag, 7.11.2005


Jeder spürt in seinem Innern, was Gerechtigkeit ist, am deutlichsten, wenn sie fehlt, am allerdeutlichsten, wenn man sich selbst ungerecht behandelt fühlt. Wer sich in andere hineinversetzt, empört sich auch über die Ungerechtigkeit, mit der diese behandelt werden.
Es ist wichtig sich über Unrecht zu empören, zu hungern und zu dürsten nach der Gerechtigkeit. Aber im Kampf gegen die Ungerechtigkeit geschieht meist wieder Unrecht. Wer die goldene Regel befolgt: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das sollt auch ihr ihnen tun", handelt gerecht. Gerechtigkeit ist eine Eigenschaft Gottes. Ohne ihn sucht der Mensch vergeblich Gerechtigkeit zu schaffen.

 

Montag, 7.11.2005


Es gibt für mich keine Gerechtigkeit ohne Geschlechtergerechtigkeit.
Gerechtigkeit darf nicht mit Gleichheit verwechselt werden, denn ungleiche gleich zu behandeln, führt weder zur Chancengleichheit, noch zur Chancengerechtigkeit.
Und noch etwas:
Kinder haben eine besonders gute Sensibilität was gerecht und was ungerecht ist.
 

Montag, 7.11.2005


Gerechtigkeit? Hier? Jetzt? Heute? Kenne ich nicht! Weiß ich nichts! Möchte ich nicht! So wahrscheinlich die Reaktionen vieler Menschen auf der Straße. Wir tun uns schwer mit der Gerechtigkeit. Aber mit der Ungerechtigkeit tun wir uns wesentlich leichter. He, das ist meiner gewesen! Ach, wie unfair! Was für eine Frechheit, was soll denn das... Schon verwunderlich, dass das Wort anscheinend so weit wegverbannt wird, besonders wenn es um andere geht.
Bin ich aber betroffen, ist es gleich wieder da! Und wie! Meine Gerechtigkeit ist wichtig, andere sind mir egal.
Bei Gott ist es nicht so! Gott-sei-dank!
 

Sonntag, 6.11.2005


1. Die römische Kirche hat die Reformation ausgelöst - sie sollte in Demut Verschiedenheiten anerkennen und das gemeinsame Mahl suchen.
2. Weniger "Feierpastoral" in den Gemeinden, sondern Stärkung des Bewusstseins für den weltweiten Hungerskandal.
3. Totale Bekämpfung von AIDS. Neben der Hilfe für erkrankte Menschen darf im Bereich der Prävention die Notwendigkeit der Nutzung von Kondomen nicht ausgespart werden.
4. Mehr Freiraum für die Gemeindepfarrer für seelsorgerische Aufgaben. Befreiung von Verwaltungsarbeit.
5. Gleichberechtigung der Geschlechter in der Kirche - in allen Ämtern.
6.Auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen - glauben und SEINE Gerechtigkeit walten lassen.


 

Sonntag, 6.11.2005


Gerechtigkeit bedeutet für mich, dass niemand in unserer Kirche ausgeschlossen werden darf. Denn vor Gott sind ALLE Menschen gleich: Frauen und Männer, Heterosexuelle und Homosexuelle, Verheiratete, Geschiedene und Wiederverheiratete, evangelische und katholische Christen, Priester und Laien...Es gibt viele Menschen, die sich in unserer Kirche "ungerecht" behandelt fühlen.
 


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