Deutscher Katholikentag Saarbrücken 24.Mai bis 28.Mai 2006

100 Worte Gerechtigkeit

 

Die Frage nach der Gerechtigkeit in 100 Worten zu beantworten, dazu haben wir jeden und jede eingeladen. Gut zwei Monate nach dem Katholikentag wird dieses Forum geschlossen. Aber natürlich haben Sie auch weiterhin die Gelegenheit, die vielen Beiträge einzusehen.
Was ist Gerechtigkeit? Das ist nicht nur eine Frage, die seit Jahrtausenden die Menschen umtreibt. Schon immer wurde sie insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet. In der heutigen Zeit beschäftigt sie die Menschen wieder besonders, die verunsichert sind durch die aktuellen Umbrüche in Politik und Gesellschaft und durch die Auswirkungen der Globalisierung in allen Teilen der Welt. Wir wollten von Personen des öffentlichen Lebens und von Ihnen wissen, was Sie ganz persönlich, angesichts der Komplexität unseres heutigen Lebens, unter Gerechtigkeit verstehen. Damit wollten wir eine Diskussion über diesen zentralen Begriff des menschlichen Miteinanders anstoßen.

Die Antworten sind nach einer redaktionellen Durchsicht zusammen mit anderen Antworten auf dieser Internetseite veröffentlicht worden. Dabei unterlagen die Veröffentlichung bestimmten Regeln (z. B. wurden Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, indem sie etwa Beleidigungen zum Ausdruck bringen, nicht veröffentlicht).

Grafik: Hundert Worte

Grafik:

Die hier veröffentlichten Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin und stimmen nicht in jedem Fall mit der Position der Veranstalter des Katholikentags überein.

> [ Die geltenden Regeln finden Sie hier. ]

100 Worte Gerechtigkeit

Montag, 31.10.2005


Dass Gerechtigkeit herrscht, ist die Ordnungsvorstellung eines gut geordneten Gemeinwesens. Gerechtigkeit heißt für mich, jedem das ihm Zukommende, nicht allen das Gleiche. Glücklicherweise sind die Menschen unterschiedlich veranlagt, haben unterschiedliche Fähigkeiten, Wünsche und Vorstellungen, können Unterschiedliches leisten. Wer den Sozialschwachen nicht hilft, handelt unrecht. Wer die Leistungsstarken nicht fordert, auch. Gerechtigkeit heißt nicht Gleichheit, aber verlangt, die Würde jedes Menschen und sein Recht vor dem Gesetz gleich zu achten.
Die Kurzformel für Gerechtigkeit heißt für mich: Gleiches ist gleich und Ungleiches ist ungleich zu behandeln - unter den Menschen und vor Gottes Angesicht.

 
Prof. Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident a.D.

Sonntag, 30.10.2005


Jesus fordert von uns eine Gerechtigkeit, die sich nicht am Wortlaut eines Gesetzes oder an Normen orientiert, sondern geprägt ist von Liebe und Vegebung (Mt 5,20 ff) Auch erwartet er nicht, dass wir Kreuzzüge führen gegen Andere -Ungerechte,sondern , dass unsere Gerechtigkeit bei uns anfängt (Mt7,5). Wir sollen umkehren und Ihm nachfolgen in seiner Gerechtigkeit. Die Quelle gottgefälliger irdischer Herrschaft ist Gerechtigkeit (Gundobat 473-516 n.Chr.) Es muss gelingen aus unserem Glauben Antworten auf Fragen unserer Zeit zu geben. Dabei dürfen wir nicht dem Zeitgeist fröhnen, sondern der Zeit Geist verleihen. Jeder Einzelne ist angesprochen, denn Umkehr, Gerechtigkeit beginnt bei uns selbst.
 

Samstag, 29.10.2005


Gerechtigkeit bedeutet für mich, dass die Stärkeren in unserer Gesellschaft ihre Stärke dafür einsetzen, den Schwächeren zu helfen. Das kann der Arzt sein, der in seiner Freizeit ehrenamtlich Obdachlose behandelt; der ehemalige Facharbeiter, der sein Wissen an junge Berufsschüler vermittelt und sie auf ihrem Werdegang beratend begleitet oder die Spende für ein Kinderdorf. Gerechtigkeit heißt für mich auch gleiche Chancen für alle. Niemand darf aufgrund seiner sozialen oder ethnischen Herkunft benachteiligt werden.
 

Samstag, 29.10.2005


Handle so, dass die Maxime deines Handelns als allgemeines Gesetz gelten kann!
 

Freitag, 28.10.2005


gerechtigkeit heisst,
dass die liebe eines menschen zu einem menschen in der tradition des hohelied des salomo nicht nur die beziehung mann-frau, sondern genauso die beziehung mann-mann bzw. frau - frau ausmacht.
ja, umso mehr sollte sie es schwulen und lesben ermöglichen, genauso wie heterosexuelle vor den traualtar der christlichen kirche zu treten und sich den bund für's leben zuzusprechen.
es heisst auch, dass sich das schicksal der bewohnerinnen und bewohner der "dritte welt länder" nicht ausschliesslich vom wohlwollen der "ersten welt" (europa) abhängig machen lässt. kämpfen wir für gerechte entlohnung und menschenwürdige arbeitsbedingungen der textilarbeiter/innen, die z.b. für die fussball-wm 2006 in deutschland in lateinamerika , indonesien etc. trikots und sporthosen herstellen.
schaffen wir gerechtigkeit für das überleben weiter teile der bevölkerung im südlichen afrika, indem die kirchenvertreter die paare zum gebrauch des kondoms auffordern, um die ansteckung durch den hiv-virus und das sterben an aids zu verhindern.
 

Freitag, 28.10.2005


Als katholische Kirche Gerechtigkeit und Menschenrechte nicht nur nach aussen predigen, sondern auch innen leben.
Sprich: Endlich gleich-be-recht-igte Zulassungsbedingungen zum kirchlichen Amt durchsetzen für Frauen und Männer, für Verheiratete und Zölibatäre.
 


Navigation

Seite:  > [ vorherige Seite ] [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] [46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [58] [59] [60] [61] [62] [63] [64] [65] [66] [67] [68] [69] > [ nächste Seite ] 

 

 

Jugend Portal

 

Suche

Schriftgröße

[ A ] [ A ] [ A ]